Willkommen



Senf darf beim Grillen nicht fehlen.
Senf ist beliebt und in
unglaublich vielen Geschmacksrichtungen zu haben:


Scharf, mittelscharf, süß und mit Kräutern.


Senfsaucen geben den Salaten noch den richtigen Kick
und sind würzige Beigaben zu Dips. Senf ist außerdem noch gesund.


"Alle Senfsorten werden bei uns
nur mit Honig und Meersalz gefertigt"


Hier gibt jeder seinen Senf dazu

Brigachtal – Eine kleine aber feine Senfküche hat sich seit kurzem im Brigachtaler Ortsteil Überauchen eingerichtet. Markus Lieckfeldt und Brigitte Bailer haben jetzt als Kleinbetrieb die Senfproduktion aufgenommen.„Senf muss nicht nur scharf sein, der muss auch nach was schmecken,“ erläutert Markus Lieckfeldt.


Haube, Mundschutz und Handschuhe – bei der Produktion in der
Senfküche ist Hygiene das A und O.


21 Senfsorten werden derzeit produziert und vertrieben, neuestes Senf-Kind ist der Halloween-Senf. „Der wird hergestellt mit Pflaumen und eigentlich ist das mit der Färbung des Senfes etwas seltsam geworden“, sagt der gelernte Werkzeugmacher Lieckfeldt. „Da wir aber noch einen Senf für eine Halloween-Party gesucht haben, war die für einen Senf außergewöhnliche dunkle Farbe gerade richtig.“

Am Anfang ging es nur um den privaten Bedarf. Brigitte Bailer ist Vollwertveganerin und achtet sehr darauf möglichst wenig Konservierungsstoffe, Weismehl und Industriezucker zu sich zu nehmen. „Ich dachte, mach ich doch meinen Senf selbst, dann weiß ich sicher was drin ist“, sagt sie. Die Grundlage der Produkte neben Senf sind Honig und Meersalz und zur Konservierung dienen Essig und Senfschärfe. Für die unterschiedlichen Senfsorten werden bis zu 18 Zutaten pro Geschmacksrichtung zugegeben.

Markus Lieckfeld hat sich vom Kreieren neuer Senfsorten anstecken lassen und so haben die beiden zahlreiche Variationen ausprobiert. Natürlich durften Freunde den selbst hergestellten Senf testen. Immer mehr Leute fragten dann, ob sie die Produkte auch kaufen könnten. „Im April hatten wir noch 10 Geschmacksrichtungen. Dann kam eine Freundin und meinte ihr schmeckt Ananas – so entstand der Mango-Ananassenf und so kommt Sorte um Sorte dazu. Jetzt sind wir schon bei 21“, sagte Brigitte Bailer.


Fast wie im Großbetrieb

In der oberen Etage haben die zwei jetzt eine eigene Senfküche eingerichtet, die ausschließlich für die Produktion verwendet wird: „Wir haben mit der Lebensmittelüberwachung zusammengearbeitet, um unsere Produktionsstätte überprüfen zu lassen.“ Der gelernten Hotelfachfrau Brigitte Bailer hilft dabei der von ihrer Ausbildung stammende „Nachweis im Umgang mit Lebensmitteln“. Gearbeitet wird wie in einem Großbetrieb mit Haube, Mundschutz und Handschuhen und jeder Rohstoff wird im eigenen Gefäß sauber gelagert.

Die Senfkörner werden gemahlen in bis zur vier Mühlen, denn die Temperatur muss unbedingt unter 30 Grad bleiben. Neben Essig und Honig kommen dann je nach Geschmack Estragon, Zwiebeln, Zitronenzesten, Dunkelbier, Portwein, Thymian, Whisky oder Kräuter mit in die Grundmasse. Für die Fruchtsenfe müssen zum Beispiel Preiselbeeren eingekocht werden und dann abkühlen. Im „Hexenkräutersenf“ sind über 20 verschiedene Kräuter drin.

„Ich stell am liebsten den Dunkel-Bier-Senf her, da bleibt am Schluss immer ein Schluck Bier übrig“, erklärt Markus Lieckfeldt mit einem Augenzwinkern. Die Maische muss in Dunkelheit bei Raumtemperatur zwei bis vier Wochen fermentieren, dabei entwickelt der Senf erst seinen Geschmack und seine Schärfe. Erst dann wird er abgefüllt, mit Haltbarkeitsdatum versehen und kühl gestellt.

Der Vertrieb läuft derzeit noch hauptsächlich über den Bekanntenkreis, erste offizielle Verkaufsstelle ist der Bauernladen Kiefer in Brigachtal-Überauchen, und der ein oder andere Gastronom ist bereits aufmerksam geworden auf den Senf „Made in Brigachtal“. Auch zu Deko-Zwecken, wurden die kleinen Senfgläser schon verwendet, für eine Hochzeit wurden auf die Gläser persönliche Namensetiketten für die Gäste aufgebracht. So entstand ein kreatives, „geschmackvolles“ Namensschild, das die Gäste mit nach Hause nehmen konnten.

Die kleine Senfküche „Senape“ in Überauchen wird noch viele Senfe kreieren, vielleicht gibt es bald den berühmten „Brigachtaler Bärensenf“.


Quelle by Südkurier vom 2.11.2010
Autor: Hella Schimkat